Weite Ausblicke, tiefe Einblicke

Hoch über den Dächern von Scheibbs und in den Schluchten der Erlauf

Sie ist nicht zu übersehen – die leuchtend weiße Urlingerwarte, Wahrzeichen der Stadt und Symbol für die herrlichen Aussichten, die Wanderer und Spaziergänger auf den umliegenden Bergen erwarten. Zu den spektakulärsten Wanderrouten an der Erlauf gehören die Schluchtenwege, nur wenige Minuten von Scheibbs entfernt in Purgstall und im nahen Naturpark Ötscher-Tormäuer.

Der Klassiker unter den Wanderungen ist die Tour zum 844 Meter hohen Hausberg der Scheibbser, dem Blassenstein, auf dem die Urlingerwarte thront. 1888 ließ der Scheibbser Pfarrer Probst Paul Urlinger, selbst begeisterter Bergsteiger und Zeichner vieler Bergpanoramen, hier eine hölzerne Aussichtswarte errichten. Diese wurde später durch eine gemauerte Warte ersetzt, dank Fotovoltaik ist sie auch nachts weithin sichtbar.

Geöffnet ist die Warte ab April bis Ende Oktober.

Bei günstiger Witterung reicht der Blick im Norden über das Alpenvorland bis ins Waldviertel und in südlicher Richtung zum fast 2000 Meter hohen Ötscher und ins Gesäuse. Zu erwandern ist die Urlingerwarte auf verschiedenen Routen von der Stadt Scheibbs aus oder in nur rund fünfzehn Gehminuten vom Parkplatz am Ende der Blassensteinstraße.

Wer noch mehr Ausblicke genießen möchte: Ausdauernde Wanderer haben die Möglichkeit, Scheibbs auf dem 52 Kilometer langen Höhenrundwanderweg zu umkreisen. Am besten ist die Strecke in zwei Tagesetappen zu bewältigen. Ein weiterer beliebter Aussichtsturm am Weg ist die Jelinekwarte auf der Rudolfshöhe.  

Die kostenlose Wanderkarte von Scheibbs mit verschiedenen Routenvorschlägen bitte hier bestellen oder gleich downloaden.

Der Stein, den man wachsen sieht: Neustifter Tuff

Als Naturdenkmal ausgezeichnet ist der aufgelassene Tuffsteinbruch in Neustift, einem Ortsteil von Scheibbs. Durch Ablagerungen des Ursprungbachs, eines Zuflusses der Erlauf, entstand hier in den letzten 250.000 Jahren eine mächtige Kalktuffbank. Im sehr leichten und porösen Tuffstein findet man viele Spuren der Vergangenheit, etwa versteinerte Knochen und Pflanzenabdrücke. Neustifter Tuff wurde früher als Baumaterial genutzt, auch für viele Häuser der Umgebung.

Naturvermittlung mit Franz Höbarth: Mai bis Oktober jeden 1. Samstag im Monat um 14.00 Uhr, Treffpunkt Steinbruchwirt, Fam. Buchebner, Dreimärkterstraße 14, 3270 Scheibbs, Dauer ca. 2 Std. inkl. Gehzeit, Erwachsene: € 15,- und Kinder € 8,- weitere Information und Anmeldung direkt bei Herrn Höbarth unter T. 0664/73499545 (pdf-Download)

Gewaltiges Naturjuwel: Die Erlaufschlucht

Weniger als zehn Kilometer von Scheibbs entfernt zeigt sich die Erlauf in wildromantischer Schönheit, zwischen mächtigen Felsstürzen, Höhlen und moosbewachsenen Steinen. Nach der letzten Eiszeit hat der Fluss die Erlaufschlucht in den Schotter gegraben - ein kostbares Naturdenkmal mit einzigartiger Vegetation und geschützten Tierarten wie der Gelbbauchunke oder dem Alpenkammmolch. Erkunden können Sie die Schlucht tief unten zwischen Fels und Wasser am Fischersteig oder auf einem Rundwanderweg, bitte auf gutes Schuhwerk achten.

Wer das imposante Naturschauspiel von oben betrachten möchte, kann dies von zwei Plattformen und von der romantischen „Brücke der Liebe“ aus. Informativ ist der Lehrpfad zu Wald- und Flurgehölzen, beliebt bei Kindern die Spiellandschaft am Weg zur Schlucht. Sehr empfehlenswert: Exkursionen mit Natur- und KulturvermittlerInnen.

Tausendundeine Wandergeschichte: Das milde und wilde Mostviertel 

Scheibbs liegt inmitten einer höchst genuss- und eindrucksvollen Wanderlandschaft, mit einer reichen Auswahl an Naturschätzen und Themenwegen, herausfordernden Bergtouren, urigen Hütten, Almfesten und musikalischen Höhepunkten wie den alljährlichen „Wanderbaren Gipfelklängen“. Weite Ausblicke und tiefe Einblicke erwarten Sie auch im Naturpark Ötscher-Tormäuer: am höchsten Berg des Mostviertels, dem Ötscher, in den tief eingeschnittenen Schluchten der Erlauf und in der Ötscher-Tropfsteinhöhle.