Das ÖTSCHER:REICH erkunden

Geschichten über wilde Natur, Schmiede, Holztrifter und die Kraft der Erlauf.

2015 lud die Niederösterreichischen Landesausstellung „ÖTSCHER:REICH – die Alpen und wir“ dazu ein, das alpine Mostviertel rund um den markanten Ötscher zu erforschen und zu erwandern. Scheibbs war mit dem Töpperschloss Neubruck ein Standort der Landesausstellung. 18 erlebnisreiche Stationen kann man heute noch besuchen.

Die 18 Stationen rund um den Ötscher zeigen die wilde Seite des Mostviertels und sagenhafte Naturschätze wie das Wildnisgebiet Dürrenstein und Leckermoos, eines der schönsten Hochmoore Niederösterreich. Sie erlauben einen selten klaren Blick auf den Sternenhimmel: Puchenstuben gehört zu den zehn Prozent europäischer Landfläche ohne urbane Lichtverschmutzung. Wie eng verbunden mit der Natur die Bauern hier leben, sieht man im Pielachtal. Die Verarbeitung der Dirndln, der roten Kornelkirschen, zu Spezialitäten wie Marmeladen und Edelbrände hat eine lange Tradition.

Einige der Stationen führen zurück in die Zeit des Eisens, als die Handelsstadt Scheibbs ihre Hochblüte erlebte. Zum Beispiel die informative Schmiedemeile in Ybbsitz: Ausgangspunkt der Wanderung ist das Erlebnismuseum FeRRUM-Welt des Eisens mit vielen interaktiven Stationen. Im historischen Fahrngruber Hammer kann man dem Schmied an bestimmten Tagen über die Schulter schauen und sich selbst im Schmieden versuchen. 

Die Holztrift über die Mostviertler Alpenflüsse, insbesondere auch über die Erlauf, war einst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Im Mendlingtal bei Göstling/Ybbs können Sie eine der letzten funktionstüchtigen Holztriftanlagen Mitteleuropas erkunden. Ein sehr schöner Themenweg führt entlang des Baches, über Brücken und Stege, vorbei an der Venezianer-Holzbrettersäge zur Jausenstation „Hammerherrenhaus“. Im Museum des ehemaligen Schmiedegesellenhauses erzählen Rauchkuchl, Werkzeuge und vieles mehr vom Alltag damals. Beim öffentlichen Schautriften gewinnen Sie Einblicke in die schwere Arbeit der Holztrifter.

Die Kraft der Erlauf nutzt das Kraftwerk Wienerbruck, vom Naturparkzentrum Ötscher-Basis zu Fuß in rund einer halben Stunde zu erreichen. In den Jahren 1907 bis 1911 wurde es als damals größtes Speicherkraftwerk der Monarchie gebaut, um eine der ersten elektrifizierten Eisenbahnen zu betreiben: die Mariazellerbahn. Im Schaukraftwerk sind eine originale Marmorschalttafel sowie zwei im Originalzustand erhaltene Maschinensätze zu besichtigen. Führungen sind nach Vereinbarung möglich.

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