Einkaufen und einkehren, wo einst buntes Markttreiben herrschte.

In der Hauptstraße

Hier bauten die erfolgreichen Eisen- und Provianthändler ihre Häuser, hier handelte man mit Getreide und Schmalz, hier kehrte man ein in eines der vielen Wirtshäuser: Schon im Mittelalter und in der Zeit der Renaissance war die Hauptstraße „Handelsader“ der Stadt. Sie verband das Gamingertor – das südliche Stadttor Richtung Eisenerz – mit dem Wienertor im Norden.

Noch heute zeugen schmucke Häuser mit Biedermeierfassaden vom Wohlstand der Eisen- und Provianthändler. Zwölf der schönen Bürgerhäuser sind erhalten. Kleine Läden, Gaststätten und die Konditorei Reschinsky laden zum Einkehren und Einkaufen

Buntes Marktleben am Sgraffitohaus

Einen besonders guten Eindruck vom Markttreiben gibt das große Sgraffito auf einem bereits 1593 urkundlich erwähnten Eisenhandelshaus: Es zeigt die Stadt umschlossen von der festen Wehrmauer mit Türmen und Toren. Ein Ochsenwagen führt Getreide auf den „Traydmarkt“ – er lag zwischen der Flecknertorgasse und der Rathausstiege. Daran schloss der Obere Markt an, auf dem vor allem Schmalz gehandelt wurde.

Fuhrleute bringen gerade mit schwerem Pferdegespann Raueisen aus der Eisenwurzen, ein Kreunzenwagen aus geflochtener Weide liefert Holzkohle für die Eisenverarbeitung. Auf ihrem Rückweg zum Erzberg werden die Fuhrleute „Proviant“ wie Getreide, Schmalz und Most mitnehmen. Eine Pferdekutsche fährt Herrschaften zu den Kartäuserämtern in Scheibbs.

Einst Sitz der Töpper-Administration, heute beliebte Konditorei  

Ein Stück weiter entlang der Hauptstraße lockt die traditionsreiche Konditorei Reschinsky mit den bekannten Scheibbser Kugeln. In diesem spätgotischen Handelsherrenhaus mit einer Giebelfassade aus dem Biedermeier hatte die Administration des Hammerherrn und Großindustriellen Andreas Töpper ihren Sitz.

Die k.u.k. Briefpostsammelstelle

Im benachbarten Handelshaus war ab 1836 die erste Scheibbser k.u.k. Briefpostsammelstelle, sie wurde später zu einer Poststation aufgewertet. Von hier leitete man die Briefe mit Postwagen weiter, z. B. nach Pöchlarn, später auch nach Ybbs, Melk, Kirchberg an der Pielach und Puchenstuben. Bei der Ortseinfahrt kündigte der Postillon jeweils seine Ankunft mit dem Horn an.